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Der Jakobsweg

München – Berg – Santiago de Compostela: 2.700 km Pilgerweg durch Europa. Berg ist eine Etappe am Starnberger See.

„Der Jakobsweg ist doch in Spanien …"

… sagen viele – und haben recht

Er führt zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela im Nordwesten von Spanien nahe der Atlantikküste. Seit Jahrhunderten pilgern Menschen aus ganz Europa nach Santiago. So wie ein Flusssystem von vielen Quellflüssen gespeist wird, die sich zu größeren Flüssen und schließlich zu einem einzigen Strom vereinen, so ist es mit den Jakobswegen: Sie bilden in Mitteleuropa ein verzweigtes Netzwerk, vereinigen sich in Frankreich zu vier Hauptwegen und führen schließlich auf nur einem Weg durch Spanien nach Santiago.

2.700 km von München nach Santiago

2.700 km sind es von München nach Santiago. Wer sich zu Fuß auf den Weg macht, findet am Bodensee in Rorschach oder in Konstanz ausgeschilderte Jakobswege durch die Schweiz zum Genfer See, durch Frankreich und durch Spanien.

Pilgerreise ab München – es fehlten bisher nur die ersten 240 km.

Getreu dem Motto „Wo kein Weg ist, da beginnt der Weg" (M. Hausmann) wurden nun auch die „ersten" 10 Tagesetappen ab München ausgeschildert. Man kann also sozusagen „direkt" von München nach Santiago gehen – oder das Pilgern in der näheren Umgebung für ein paar Tage bzw. am Wochenende einmal ausprobieren.

Kein historischer Jakobsweg, aber ein historisch plausibler Weg

2.700 km von Santiago entfernt konnte kein historisch gesicherter Weg gefunden werden. Aber es ist durchaus plausibel, dass sich auch früher Pilger an diesem Wegverlauf orientiert haben.

Das Kloster St. Jakob am Anger in München wurde 1221 neben einer bereits bestehenden Jakobskapelle gegründet und führte die Tradition als Pilgerrast- und Andachtsstätte weiter. Zeuge aus dieser Zeit ist der romanische Sandstein-Jakobus, der wohl schon damals die Pilger mit seinen ausdruckstarken Augen angeschaut hat. Weiter verläuft der Weg an der Isar entlang hinüber zum Starnberger und Ammersee. Auffällig ist, dass häufig im Abstand einer Tageswanderung bedeutende Klöster liegen:

  1. 1Schäftlarn
  2. 2Andechs
  3. 3Dießen
  4. 4Wessobrunn
  5. 5Hohenpeißenberg
  6. 6Rottenbuch
  7. 7Steingaden

Weiterhin folgt der Weg einem Teil der alten Römer- und Handelsstraße, die von Salzburg über Kempten nach Bregenz führte. Der Pilgerweg nutzt alte, auch heute noch bestehende Strukturen. Er folgt dem „König-Ludwig-Weg", dem „Prälaten-Weg" und dem „Schwäbisch-Allgäuer Wanderweg" und verbindet bestehende Wanderwege der einzelnen Gebiete.

Etappe Berg

Aufkirchen, Karmeliterkloster & Kreuzweg Leoni

Der Münchner Jakobsweg führt durch den Ortsteil Aufkirchen. Jakobspilgerinnen und -pilger können sich den Pilgerstempel an der Pforte des benachbarten Karmeliterklosters abholen. Die ehrwürdigen Schwestern der Unbeschuhten Karmelitinnen leben seit 1896 in dem ehemaligen Pfarrhof in der Zurückgezogenheit der Klausur ein rein kontemplatives Leben.

Kreuzweg von Leoni nach Aufkirchen

Der am 16. Juli 1857 eingeweihte Kreuzweg führt von Leoni zur Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Aufkirchen und ist Teil des Münchner Jakobswegs, der von der Landeshauptstadt über die Klöster Schäftlarn, Andechs und Dießen weiter ins Allgäu führt. Seit dem 16. Jahrhundert war Aufkirchen ein beliebter Pilgerort, zu dem die Wallfahrer auch per Schiff vom Westufer kamen.

Der Kreuzweg beginnt nahe der Bootsanlegestelle und ist eine Besonderheit: Er umfasst statt der üblichen 14 Stationen 16 Kreuzwegsstationen, die den Leidensweg Jesu von der Verurteilung bis zur Grablegung symbolisieren. Die Reliefs auf den Bildstöcken der als Kapellen gestalteten Leidensstationen stammen von dem Schwanthalerschüler Anton Ganser. Die erste Station (Ölbergstation) wurde 1882 von Himbsels Sohn Franz errichtet – an ihr ist der heilige Jakobus als Patron der Pilger im Giebel angebracht.

Pilgerstempel in Berg: Stempelstelle an der Pforte des Karmeliterklosters Aufkirchen.

Eine Einladung

Viele Menschen sind fasziniert von der Erfahrung des „Auf-dem-Weg-Seins". Wer sich – und sei es nur für einige Tage mit leichtem Gepäck – auf den Weg macht, offen für das, was der Tag bringt, wird reich beschenkt: durch die Begegnungen mit Menschen und mit der Natur, durch die Stille der Kirchen am Weg und durch oft ganz unerwartete Hilfe unterwegs.

Getragen wird der Pilgerweg von den Münchner Jakobspilgern, dem Landwirtschaftsamt Fürstenfeldbruck und der Regierung von Schwaben.

Kontaktadressen

Tourismusverband München-Oberbayern

AnschriftBodenseestr. 113, 82543 München

Telefon+49 (089) 829218-30

Tourismusverband Allgäu-Bayerisch Schwaben

AnschriftFuggerstr. 9, 86150 Augsburg

Telefon+49 (0821) 450401-0